Kurz gesagt: NDL (Natriumdampf) ist günstig in der Anschaffung, bewährt und produziert viel Wärme. LED kostet mehr, braucht weniger Strom für dieselbe Lichtmenge und heizt weniger. Beide funktionieren. Entscheidend ist nicht die Watt-Zahl, sondern wie gleichmässig die Fläche ausgeleuchtet wird, die du tatsächlich bepflanzt.
NDL und LED im Vergleich
| NDL | LED | |
|---|---|---|
| Anschaffung | günstig | teuer |
| Stromverbrauch | höher | tiefer |
| Abwärme | hoch | deutlich geringer |
| Verschleiss | Leuchtmittel altert, wird getauscht | Modul altert langsam, kein Tausch |
| Regelbar | nur mit passendem Vorschaltgerät | meist dimmbar |
Die Abwärme ist der Punkt, der oft unterschätzt wird: Sie ist nicht nur ein Nachteil. In einem kühlen Raum heizt die NDL mit und spart dir eine Heizung. In einem ohnehin warmen Raum zwingt dieselbe Wärme dich zu einer grösseren Abluft – und die kostet dann auch wieder Strom. Rechne die Lampe deshalb nie isoliert, sondern zusammen mit der Belüftung.
Watt ist keine Lichtmenge
Watt sagt, wie viel Strom die Lampe aufnimmt – nicht, wie viel nutzbares Licht unten ankommt. Zwei Lampen mit derselben Wattzahl können unterschiedlich viel Licht liefern, und eine gute LED liefert für dieselbe Wattzahl mehr als eine NDL.
Die Grössen, die das ehrlich beschreiben, heissen PPF und PPFD: die eine misst, was die Lampe abgibt, die andere, was auf deiner Fläche ankommt. Die Herstellerangaben zum jeweiligen Produkt sind hier die verlässliche Quelle – eine Umrechnung von Watt auf Licht gibt es nicht.
Der praktische Weg: Geh von deiner Fläche aus, nicht von der Wattzahl. Eine Lampe, die für 60 × 60 cm gebaut ist, leuchtet 100 × 100 cm nicht aus – in den Ecken wird es dann dünn, egal wie viele Watt draufstehen.
Nach Fläche wählen
- Kleine Fläche, erster Versuch: Viparspectra P1000 mit 100 W – ein günstiger Einstieg in LED.
- Rund 60 × 60 cm: Viparspectra P2000 mit 200 W, ausdrücklich für diese Fläche ausgelegt.
- Mittlere bis grössere Fläche, LED: SunPro Hitter 720 W oder Lumatek Zeus 465 W Pro Compact.
- Modulare LED-Systeme: Sanlight EVO 4-120 mit 250 W oder das EVO 5-150 Set. Der Vorteil liegt in der Verteilung: mehrere Leisten über die Fläche statt einer Punktquelle in der Mitte – das ist gleichmässiger als jede Einzellampe.
- NDL-Komplettlampe: Agrolux ALF 600 mit 600 W oder ALF 1000 Wide mit 1000 W.
- Dimmbare NDL: Luxmol Pro 1000 W.
400 Volt: der Punkt, der oft übersehen wird
Viele leistungsstarke Lampen im Sortiment tragen die Angabe 400 Volt. Das ist keine Nebensache – und es bedeutet je nach Produkttyp etwas anderes:
- Bei einer Komplettlampe oder einem Vorschaltgerät meint 400 V den Anschluss. Die Agrolux ALF 1000 Wide kommt inklusive Anschlusskabel und will an 400 V – das ist Drehstrom, keine gewöhnliche 230-V-Haushaltssteckdose. Dasselbe gilt für Vorschaltgeräte wie das Rilux EVG 1000 W 400 V.
- Bei einem Leuchtmittel meint 400 V das Vorschaltgerät, für das die Lampe gebaut ist. Die BLV Horturion 1000 W steckt nirgends ein – sie braucht ein passendes 400-V-EVG und läuft nicht an einem 230-V-Gerät. Wie eng diese Paarung ist, sagt die Papillon 600 W 400 V in ihrer eigenen Beschreibung: sie „zündet ausschliesslich 400-Volt-Natriumdampfleuchtmittel“.
Beides endet im selben Fehlkauf, nur aus verschiedenen Gründen: einmal fehlt die Steckdose, einmal das passende Vorschaltgerät.
Und es gilt nicht pauschal – nachschauen lohnt sich. Das Fertraso HPS 1000 W DE ist für 230 oder 400 Volt spezifiziert, läuft also auf beidem. Und die Hortiline Northstar 1200 W wird laut ihrer Beschreibung mit 230 V Netzspannung betrieben und wandelt intern auf 400 V für ihr DE-Leuchtmittel um – trotz „400 V“ im Text also eine ganz normale Steckdose.
Die Angabe steht bei jedem Produkt. Im Zweifel fragst du eine Elektrofachperson; an Drehstrom wird nicht improvisiert.
Double-Ended und Leuchtmittel
Double-Ended (DE) heisst, das Leuchtmittel ist an beiden Enden kontaktiert – wie eine Röhre statt einer Glühbirne. Diese Bauform ist mechanisch stabiler und in dieser Leistungsklasse üblich, etwa beim Philips Green Power Xtra 1000 W.
Ein NDL-Leuchtmittel ist Verbrauchsmaterial. Es altert und verliert Lichtleistung, lange bevor es ausfällt – und zwar unsichtbar, weil das Auge sich mitgewöhnt. Der Tausch nach Herstellerangabe ist deshalb kein Ritual, sondern der Unterschied zwischen der Lichtmenge, die du zu haben glaubst, und der, die du hast. Genau diesen Verschleiss hat LED nicht.
Abstand und Wärme
Der richtige Abstand steht in der Anleitung deiner Lampe – er hängt von Bauart und Leistung ab, und geraten wird hier nicht. Zwei Regeln gelten unabhängig davon:
- Zu nah verbrennt, zu weit vergeilt. Strecken sich die Pflanzen mit langen, dünnen Trieben, ist die Lampe zu weit weg oder zu schwach.
- Die Handprobe: Halte die Hand auf Höhe der Blattspitzen. Wird es dir dort unangenehm warm, ist es der Pflanze auch zu warm. Das ersetzt kein Thermometer, fängt aber den groben Fehler ab.
Das ganze Sortiment findest du unter Growlampen.
Häufige Fragen
Ist LED besser als NDL?
LED braucht weniger Strom für dieselbe Lichtmenge und erzeugt weniger Abwärme, kostet aber deutlich mehr in der Anschaffung. NDL ist günstig und bewährt, heizt dafür den Raum auf und das Leuchtmittel ist Verbrauchsmaterial. In einem kühlen Raum kann die Abwärme sogar erwünscht sein. Beides funktioniert – es ist eine Rechnung, keine Glaubensfrage.
Wie viel Watt brauche ich?
Watt ist die falsche Frage: Es sagt, wie viel Strom die Lampe aufnimmt, nicht wie viel Licht unten ankommt. Geh von der Fläche aus, die du bepflanzt, und wähle eine Lampe, die für diese Fläche ausgelegt ist. Die Herstellerangabe zum jeweiligen Produkt ist die verlässliche Quelle.
Was bedeutet 400 Volt bei einer Growlampe?
Es kommt auf den Produkttyp an. Bei einer Komplettlampe oder einem Vorschaltgerät meint 400 V den Anschluss – das ist Drehstrom, keine gewöhnliche Haushaltssteckdose. Bei einem Leuchtmittel meint 400 V das Vorschaltgerät, für das es gebaut ist; an einem 230-V-Vorschaltgerät läuft es nicht. Pauschal gilt es aber nicht: manche Lampen sind für 230 oder 400 V spezifiziert, und einzelne Systeme laufen an 230 V und wandeln intern um. Die Angabe steht bei jedem Produkt.
Wann muss ich ein NDL-Leuchtmittel tauschen?
Nach der Angabe des Herstellers. Ein Leuchtmittel verliert Lichtleistung, lange bevor es ausfällt – und das schleichend, sodass man es im Alltag nicht bemerkt. Wer auf den Ausfall wartet, arbeitet die letzte Zeit mit deutlich weniger Licht, als er denkt.

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